Rinjani 2-Tage-Trekking zum Gipfel auf 3.726m
Inhalt
- 🏔️ Allein auf den Rinjani Mein härtestes Trekking
- 🌍 Allgemeines zum Mount Rinjani
- 🚐 Anreise nach Senaru
- 🧭 Die Route – via Sembalun zum Summit
- 🥾 Tag 1 – Von Sembalun zum Crater Rim
- 🌌 Nacht am Kraterrand
- 🌄 Tag 2 – Der Gipfel ruft
- 🧳 Was war im Preis enthalten?
- Fazit: Für wen ist die Tour geeignet?
- ✅ Meine Tipps für dich:
- Und als Solo-Traveler?
🏔️ Allein auf den Rinjani Mein härtestes Trekking
Wenn du Lust auf ein echtes Abenteuer hast, dich körperlich fordern willst und keine Angst vor Höhenmetern hast, ja dann solltest du einmal im Leben den Mount Rinjani in Indonesien besteigen. Ich habe mich für die beliebte aber auch sehr anspruchsvolle 2D1N Summit-Tour via Sembalun(2 Days, 1 Night) entschieden. Das Ganze war eine krasse Mischung aus körperlicher Tortur, Naturgewalt und ultimativer Belohnung.
Für Solo-Reisende wie mich war es eine ganz besondere Erfahrung: allein starten, aber nie wirklich allein unterwegs sein, denn auf dem Berg findest du Gemeinschaft auf Augenhöhe. Hier erzähle ich dir alles, was du wissen musst – mit allen Höhen, Tiefen und ehrlichen Eindrücken.


🌍 Allgemeines zum Mount Rinjani
Der Rinjani ist ein aktiver Vulkan auf der Insel Lombok in Indonesien und mit 3.726 Metern der zweithöchste Vulkan des Landes. Die Besteigung ist nicht ganz ohne: Es ist nicht nur die Höhe, sondern auch die Länge der Tagesetappen, das Klima, der lose Untergrund und der steile Anstieg zum Gipfel, der dir alles abverlangen wird.
Trotzdem ist die Rinjani-Tour legendär – und für viele (auch für mich) eines der Highlights einer Indonesienreise.
Hier die wichtigsten Fakten:
- Höhe: ca. 3.726 m, zweithöchster Vulkan Indonesiens.
- Nationalpark: Teil des Gunung Rinjani Nationalparks, der 1997 gegründet wurde.
- Caldera & See: In der riesigen Caldera (ca. 6 × 8 km) liegt der Kratersee Segara Anak, in dessen Mitte sich ein kleinerer Nebenkrater („Gunung Barujari“) befindet, der häufig ausbricht.
- Aktivität: Rinjani ist ein aktiver Vulkan, kleinere Ausbrüche passieren regelmäßig (der letzte größere war 2018).
- Bedeutung: Für die lokale Sasak- und Balinesische Bevölkerung ist er ein heiliger Berg, auf dem auch religiöse Zeremonien stattfinden.
🚐 Anreise nach Senaru
Ich bin damals von Bali nach Lombok angereist. Der Tour-Guide hat mich am Hafen in Bangsal abgeholt (der Transport war im Preis enthalten). Der Fahrer brachte mich nach Senaru, ein kleines Bergdorf, das als Basecamp für viele Rinjani-Touren dient. Dort übernachtest du in einem einfachen, aber sauberen Guesthouse – ebenfalls im Tourpreis enthalten.
Tipp: Wenn du aus Bali anreist, plane einen Reisetag extra ein. Von Ubud oder Canggu nach Lombok (z. B. via Speedboat) kann sich schonmal aufgrund des Wetters verzögern.
🌊 Bonus zum Start: Die Wasserfälle von Senaru
Noch vor dem eigentlichen Start der Trekkingtour stand am Anreisetag ein echtes Highlight auf dem Programm: der Besuch der beiden bekannten Wasserfälle Sendang Gile und Tiu Kelep bei Senaru.
Die Wanderung dorthin ist entspannt, dauert insgesamt etwa 1,5 bis 2 Stunden und führt durch üppige Vegetation, kleine Flussquerungen und dichten Dschungel. Besonders Sendang Gile hat mich beeindruckt – mit seiner gewaltigen Fallhöhe, dem donnernden Geräusch und dem feinen Wassernebel fühlt man sich mitten in der Natur. Ein erfrischender Vorgeschmack auf das, was die nächsten Tage noch bringen würden. Dieser Ausflug war bereits in der Tour inklusive und ein gelungener Einstieg in das Rinjani-Abenteuer.

🛏️ Entspannte Nacht vor dem Aufstieg: Pondok Guru Bakti Cottage
Die erste Nacht vor dem großen Aufstieg habe ich im Pondok Guru Bakti Cottage in Senaru verbracht – ein einfaches, aber charmantes Guesthouse mitten im Grünen. Die Anlage liegt ruhig am Hang, mit einem herrlichen Blick über den angrenzenden Dschungel. Besonders schön: ein kleiner, aber feiner Infinity-Pool, der sich perfekt für ein kurzes Bad vor Sonnenuntergang eignet. Die Zimmer sind sehr schlicht, aber sauber und mit dem nötigsten ausgestattet. Das Guesthouse ist im Preis der Tour enthalten und bietet eine ideale Gelegenheit, sich vor der Wanderung zu akklimatisieren und noch einmal zu entspannen.


🧭 Die Route – via Sembalun zum Summit
Ich habe die Tour via Sembalun Route gemacht. Diese Strecke wird für Summit-Touren genutzt, da man am ersten Tag viele Höhenmeter abreißt und am zweiten Tag direkt zum Gipfel aufbrechen kann.
🥾 Tag 1 – Von Sembalun zum Crater Rim
- Start: Sembalun Lawang (ca. 1.150 m)
- Ziel: Crater Rim Camp / Plawangan Sembalun (ca. 2.639 m)
- Dauer: ca. 6 bis 7 Stunden
- Distanz: ca. 9 – 10 km, aber mit starken Anstiegen
Los ging’s morgens nach dem Frühstück gegen 7:30 Uhr. Weiterfahrt zum National Park. Ein kurzer Check-in am Nationalpark-Posten mit Gesundheits- und Ausweischeck, und dann startet der Marsch durch offenes Grasland. Anfangs ist der Weg fast flach – ideal zum Eingrooven. Aber ab Pos 2 zieht der Anstieg an, das Wetter fing auch an sich zu verändern. Es wurde nebelig und hat zeitweise immer wieder leicht geregnet. Laut dem Guide ist dies ab Mittag/Nachmittag normal und fast tagtäglich ähnlich.


Was echt positiv war: Unsere Porter (Träger) und der Guide haben unterwegs warmes Essen zubereitet – richtig gutes, frisches indonesisches Essen mitten auf dem Berg. Es gab auch immer wieder Snacks um nicht schlapp zu machen. Der letzte Aufstieg zum Kraterrand ist hart – steil, rutschig und teilweise musste man klettern.
Im Camp angekommen: die Aussicht oben war zuerst vernebelt. Das gesamte Camp war in Wolken gehüllt. Doch dann klarte es auf und der Blick über die Berge – einfach Wahnsinn. Du siehst von der Seite tief hinunter in den Krater, den türkisfarbenen See. Aber Achtung das Wetter ändert sich unheimlich schnell. Kurz danach stand man wieder in den Wolken und es war kalt und nass. Nach den Strapazen gab es natürlich ein leckeres warmes Abendessen. Die Zelte waren schon aufgebaut. Auch als Solo-Traveler wirst du in eine kleine Gruppe integriert, aber bekommst dein eigenes Zelt.



🌌 Nacht am Kraterrand
Du schläfst im Zelt, direkt mit Blick auf den Krater. Es kann empfindlich kalt werden (um die 5 °C), also unbedingt warme Kleidung mitnehmen. Besser etwas mehr als zu wenig! Der Sonnenuntergang war einer der schönsten, die ich je gesehen habe. Aber auch die Nacht war magisch. Es war wirklich Stockdunkel – nur ein paar Taschenlampen zu sehen und ein klarer Himmel voller Sterne. Aber die Nacht wird sehr kurz, da es sehr früh schon wieder los geht!

🌄 Tag 2 – Der Gipfel ruft
- Start: 2:00 Uhr nachts
- Ziel: Rinjani Summit (3.726 m)
- Dauer Aufstieg: ca. 3 Stunden
- Abstieg zurück nach Sembalun: ca. 6 bis 7 Stunden
Der Aufstieg beginnt um 2 Uhr morgens in völliger Dunkelheit. Gute geschlafen hatte ich nicht, da es tatsächlich viel kälter war als ich es erwartet hatte. Es gab einen kleinen Snack und dann ging es auch schon los.
Nur der Lichtkegel deiner Stirnlampe zeigt dir den Weg. Der Untergrund besteht teilweise aus losem Vulkansand – zwei Schritte vor, einer zurück. Es ist sehr windig und teilweise unter 5 Grad kalt. Viele machen zwischendurch immer wieder Pause, weil es wirklich zermürbend ist. Für mich war durchziehen angesagt, möglichst in einem angenehmen stetigen Tempo. Der Guide immer motivierend und mit vielen süßen Snacks ausgestattet.
Wenn du durchziehst, wirst du mit einem irren Sonnenaufgang auf dem Gipfel belohnt.



Oben ist der Blick schlicht unvergesslich: Kratersee, Nebelwolken, flammender Horizont, raue Gesteinsformationen – und du mittendrin. Es fühlt sich an, als würdest du auf einem anderen Planeten stehen. Der blaue Segara Anak See glitzert weit unter dir, während der Himmel in alle Farben von Orange bis Violett getaucht ist. Hinter dir ragt der schmale Gipfelgrat auf, vor dir fällt der Vulkan steil ab ins Tal. Der Wind ist kühl aber die ersten Sonnenstrahlen geben wärme. Jeder Schritt, jeder Schweißtropfen und und die fast schlaflose Nacht scheinen sich in diesem Moment gelohnt zu haben. Ein Augenblick, den du für immer mit dir tragen wirst.



Nachdem ich die Aussicht am Gipfel ausgiebig genossen habe und Fotos gemacht wurden, beginnt langsam der Rückweg. Der Abstieg ist zwar technisch anspruchsvoll, aber im Vergleich zum Aufstieg merklich schneller und die Schritte fliegen förmlich bergab, auch wenn die Oberschenkel brennen. Mit jeder Höhenmeteränderung spürt man, wie die Sonne an Kraft gewinnt: erst das kühle Morgenlicht am Krater, dann die immer wärmeren Strahlen.
Zurück im Camp erwartete wir alle schon das zweite Frühstück. Nichts schmeckt so gut wie ein heißer Kaffee, ein Teller mit frischen Früchten und warme indonesische Snacks nach einer fast schlaflosen Nacht und einer der härtesten Touren meines Lebens.
Nach dieser Stärkung beginnt der lange Abstieg nach Sembalun. Die Landschaft verändert sich Schritt für Schritt: erst der karge Vulkanhang, dann grüne Hänge und schließlich Wiesen und Felder. Der Weg zieht sich, aber er ist auch eine Gelegenheit, die Eindrücke der letzten Stunden wirken zu lassen. Jeder Blick zurück zum Gipfel macht bewusst, was man gerade geschafft hat – ein Erlebnis, das sich tief einprägt.
Unten in Sembalun angekommen, war ich einfach nur erleichtert. Geschafft! Der Körper müde, die Beine schwer, aber innerlich unglaublich stolz. Ich hatte den Rinjani bezwungen! Mit all seinen Höhen, Tiefen und Schmerzen. Die nächsten Tage wollte ich es bewusst ruhig angehen lassen: ausschlafen, gutes indonesisches Essen genießen und die Erinnerungen wirken lassen. Nach dieser Tour wusste ich, dass ich mir eine Pause verdient hatte. Die Fahrt zur nächsten Unterkunft bzw. zur Fähre war auch mit inbegriffen. Für mich ging es weiter nach Kuta Lombok. Die Fahrt dauerte knapp 2,5 Stunden. Und ich freute mich sehnlichst auf Pool und Hotelbett!
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🧳 Was war im Preis enthalten?
Ich habe ca. 6 Millionen IDR (also rund 300 €) gezahlt – als Einzelperson. Das war alles inklusive:
- Transfer vom/zum Hafen oder Flughafen
- 1x Guesthouse-Übernachtung in Senaru
- Wasserfälle
- Guide + Träger (Porter)
- Schlafsack, Isomatte, Zelt
- 3 warme Mahlzeiten pro Tag
- Nationalpark-Gebühren
- Wasser + Snacks unterwegs
Ich habe mich für HaLoMi Trekker entschieden, ein erfahrener und zuverlässiger Anbieter. Sie haben sich um alles gekümmert. Ich musste nur wandern und durchhalten.
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Fazit: Für wen ist die Tour geeignet?
Der Rinjani ist kein Spaziergang. Du brauchst:
- gute Kondition
- Trittsicherheit
- keine Höhenangst
- mentale Ausdauer
- gute Ausrüstung (warme Kleidung, Stirnlampe, Wanderschuhe)
Auch wenn du nicht „bergverrückt“ bist, kannst du es schaffen – aber unterschätze es nicht. Es gab immer wieder Notfälle oder Abbrüche. Die Luft wird dünner, der Weg ist rutschig, die Hitze tagsüber brutal und die Kälte nachts gemein.
Aber wenn du oben stehst, weißt du: Es hat sich gelohnt.
⚠️ Die Gefahr am Rinjani
So faszinierend und einzigartig der Rinjani ist – man darf nie vergessen, dass er auch gefährlich sein kann. Die steilen Pfade, lose Geröllfelder und extreme Wetterumschwünge fordern selbst erfahrene Bergsteiger heraus. Erst kürzlich kam es zu einem tragischen Unglück, bei dem eine brasilianische Wanderin ihr Leben verlor. Im Juni 2025 erlebte Mount Rinjani seine bisher schlimmste Tragödie: Die 26-jährige Brasilianerin Juliana Marins, die dort als Solo-Trekkende unterwegs war, stürzte nach einem Moment der Erschöpfung in einen etwa 600 Meter tiefen Abhang nahe dem Kraterrand. Erste Drohnenaufnahmen zeigten sie noch lebend – doch dichter Nebel, extreme Wetterbedingungen und unwegsames Gelände verhinderten eine rechtzeitige Rettung. Vier Tage später wurde Julianas Körper geborgen – das Ergebnis war tragisch: tödliche Verletzungen durch den Sturz.
Diese Tragödie ist eine ernüchternde Erinnerung daran: Mount Rinjani ist keine harmlose Hügeltour. Er ist ein aktiver Vulkan in einer der unbarmherzigsten Landschaften Asiens. Wer ihn besteigen will, darf weder körperliche Vorbereitung noch respektvolle Achtsamkeit gegenüber den Risiken unterschätzen.
✅ Meine Tipps für dich:
- Nimm Trekkingstöcke mit – gerade beim Abstieg Gold wert
- Regenjacke und Mütze sind ein Muss
- Sag deinem Guide, wenn du langsamer gehen willst
- Besser mit guten Wanderschuhen statt Turnschuhen
- Ein paar Snacks extra sind nie verkehrt
- Sonnencreme + Buff nicht vergessen da du bist oft ungeschützt unterwegs
- Trink viel Wasser, auch wenn’s schwerfällt

Und als Solo-Traveler?
Ich war zwar allein unterwegs, aber einsam habe ich mich auf dieser Tour nie gefühlt. HaLoMi teilt dich automatisch einer kleinen Gruppe von meist vier bis sechs Leuten zu. Geschlafen wird im eigenen Zelt, gegessen wird gemeinsam.
Gerade als Solo-Traveler war das für mich perfekt: tagsüber konnte ich den Moment ganz für mich genießen – die Aussicht, die Berge, die Stille. Abends war da diese kleine Gemeinschaft aus Menschen aus aller Welt, die denselben Traum teilen und mit denen man plötzlich viel mehr teilt, als nur den Weg zum Gipfel. Dieses Gefühl, gleichzeitig allein und doch nie alleine zu sein, macht die Rinjani-Wanderung zu etwas ganz Besonderem.
Hast du noch Fragen oder brauchst du Hilfe bei der Planung?
Schreib mir gern oder hinterlasse einen Kommentar. Ich teile meine Erfahrungen gern!
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